Mittwoch, 11. Dezember 2013

Betäuben

Ich möchte mich betäuben.
Damit ich nicht die harte Realität nicht ertragen muss. Damit es weich wird und ich schwerelos bin und so einschlafen kann.
Damit ich mich nicht mit selbstzweifeln quälen muss. Oder damit wie sehr ich mich hasse, wie unsicher ich bin und wie viel Mitleid mein Freund wohl mit mir haben muss, dass er noch mit mir zusammen ist.

Er ist gerade in Österreich und kann nicht so viel mit mir schreiben. Von Montag morgen bis heute Abend habe ich ihmm nicht zurück geschrieben. Ich weiß nicht warum, aber ich hatte einfach keine Lust und ich hatte auch kein Bedürfnis ihm zu schreiben. Es war mir einfach egal.

Ich hab dann aber doch zurück geschrieben, als er mich gefragt hat ob ich telefonieren will.

Er hat mir dann erstmal vorgeworfen, dass ich das gar nicht zu schätzen wüsste, was er für mich tut.

Ich weiß selbst, dass ich keine gute Freundin bin, kein guter Mensch. Ich muss alles bestimmen, alles kontrollieren und ich kenne keine Grenzen. Früher hat er mir noch meine Grenzen aufgezeigt und mir gesagt wann schluss ist. Aber ich hab dann teilweise ganz schön überreagiert, weshalb er damit aufgehört hat, aber das soll er nicht, denn genau deswegen ist die Beziehung mit meinem Exfreund gescheitert.

Den hab ich übrigens so beleidigt, dass er wahrscheinlich nie wieder ein Wort mit mir redet.

Dann hat mir meine beste Freundin angeboten, von morgen auf übermorgen bei mir zu übernachten, aber ich ahb gesagt, dass ichs noch nicht weiß, weil ich mich in meinem Zimmer verkriechen und nie wieder rauskommen will. Aber ich werde es hoffentlich machen. Das wäre echt mal ne schöne abwechslung, vorallem weil wir am Donnerstag die ersten beiden Stunden zusammen haben. Das wäre schon echt genial.

Mein Freund findet es auch gut, weil ich dann auf andere Gedanken komme, er hat auch nene neuen Kosenamen für mich und zwar Engel, jetzt nennt mich eine aus meiner Klasse auch so, obwohl er nicht weiß, dass mein Freund mich so nennt.

Ich weiß nicht, warum ich so genannt werde, aber gut. Ich hab es heute meinem Freund erzählt und er war sauer, weil es sein Kosename für mich ist, aber er war zum Glück nicht auf mich sauer.

Er hat mich sogar gefragt, ob ich morgen antworten werde und ich hab gesagt, dass ich es noch nicht weiß und er war ganz verständnisvoll und obwohl eigentlich alles gut und super sein müsste, geht es mir beschissen.

Ich schlafe nicht mehr richtig, ich esse nicht mehr richtig, ich kann mich nicht konzentrieren, bin ständig abgelenkt, aufgewühlt, oder in Gedanken.

Immerhin hab ich 11 Punkte in der Deutsch Kurzarbeit.

Ich geh mich jetzt ins Bett legen und warten ob ich heute vielleicht noch einschlafe. Ich hab morgen zwei Stunden später und hoffe einfach, dass ich länger schlafen kann. Für mich ist nichts schlimmer als vor dem Wecker aufzuwachen und Zeit zum nachdenken zu haben. Mein Morgen ist so durchgeplant, dass ich erst Zeit in der S-Bahn habe und dann bin ich schon auf dem Weg zur Schule und kann mich nicht mehr zu Hause verstecken.

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Realität

Gestern Abend war dann doch alles zu viel.
Tabletten, Alkohol und Klingen, willkommen zurück.
Erst das Handgelenk aufgeschnitten, dann die Tabletten und noch ein großes Glas Rum hinterher.

So bin ich dann irgendwann eingeschlafen, fern ab der Realität.

Heute Morgen auf nüchternen Magen gleich noch ein Glas hinterher, hoffen, dass meine Eltern nichts merken und schnell nach draußen an die frische Luft.
Sonst hätte ich mich wohl übergeben müssen und dann hätte ich zu Hause bleiben müssen.

Dank des Alkohols habe ich die Doppelstunde Ethik ganz gut überstanden. Ich wurde schon von meiner besten Freundin gefragt was mit mir los ist und später hat mir meine Banknachbarin gesagt, ich soll wieder mehr reden wie sonst immer, das ist komisch, wenn ich so still bin.

Ich hasse Ethik, aber zu Hause zu bleiben und mich so zu drücken ist für mich irgendwie die größere Horrorvorstellung, weil ich dadurch negativ auffallen könnte und das will ich um jeden Preis vermeiden.

Mein Magen hat den ganzen Morgen über gebrannt, erst gegen Mittag hatte ich nur noch Bauchschmerzen. Ich habe mit meinem Freund drüber geredet und der hat gesagt, dass er Angst hat, dass ich wieder in das Loch falle aus dem in den letzten Wochen mühsam wieder rausgekrochen bin.

Gerade bricht einfach alles wieder über mich herein und durch die Tabletten und den Alkohol erscheint die Realität nicht so nah und so hart sonder weit, weit weg.
Als ob ich nicht beteiligt wäre, sondern nur eine Außenstehende.

A little cut here,
a little cut there.
No one will notice,
no one will care.